
Unser Gründungsmitglied, ehemalige Hauptzuchtwartin, Zuchtwartin und Ehrenmitglied Anne Müller ist nicht mehr unter uns.
Sie verstarb am 10. Oktober 2005 nach kurzer, schwerer Krankheit, im Kreise ihrer Familie.
Als zweites Kind von fünf Geschwistern wuchs sie in den zwanziger Jahren in Eberswalde, am Rande der Schorfheide, als Tochter eines Forstbeamten, mit Kurzhaarteckeln, die ihr Vater mit zur Jagd nahm, auf. 1944, mit 25 Jahren flüchtete sie mit ihrer Familie vor den Luft- angriffen auf die Halbinsel Darß. Dort schaffte sie sich ihren ersten eigenen Rauhhaarteckel an.
Nach der Flucht in den Westen kam sie schließlich 1964 nach Helvesiek im Landkreis Rotenburg /Wümme und baute dort auf einem circa vier Hektar großen Grundstück mit ihrem Mann Egon, einem passionierten Falkner, eine bekannte Falkenzucht auf. Um die wertvollen Falken zu schützen, suchte Anne Müller jahrelang nach den richtigen Hunden. Inzwischen züchtete sie mit Erfolg Rauhhaarteckel und Beagle unter dem Namen "von Helvesiek".
Durch einen glücklichen Zufall, sie suchte eigentlich einen Beagle, kam sie 1973 in Großbritannien auf die Rasse Rhodesian Ridgeback. Sie erwarb ihre beiden Stammtiere "Nordostufial Sakitu", geb. 18.Februar.1973 und "Atala´s Dawn", geb.19.März 1973. Mit diesen beiden "Ridschis" fuhr sie nun von Ausstellung zu Ausstellung, um die Rasse bekannt zu machen. Dann hatte sie im Jahr 1974 mit einer Ausnahmegenehmigung des VDH ihren ersten Wurf unter dem Namen "Umvuma", den sie sich national und international schützen ließ. 1975 fiel der B- Wurf und Ende Januar 1976 gründete sie mit einigen gleich-gesinnten Ridgebackfans in ihrem Haus den ersten diese Rasse betreuenden Club im VDH.
Seither übte sie mit großer Passion das Amt einer Zuchtwartin aus, das sie auch im Beagle - und im Teckel- Club ausübte. Mit Rat und Tat stand sie allen Interessierten und Züchtern, sowie allen an der Zucht interessierten Menschen zur Seite. Mit ihrem untrüglichen Gespür für "Erwartungswelpen" hat sie viele Menschen angeregt, ihre Hunde auszustellen und sie in die Zucht zu nehmen. Ihre Passion für den Rhodesian Ridgeback ließ sie in den ganzen Jahren viel reisen und von der Welt sehen, zum Beispiel bei ihrem Besuchen bei den Welttreffen der RR-Züchter 1984 in Süd- Afrika, 1988 in Dänemark und 1992 in England. Mehrfach besuchte sie Südafrika, zuletzt im Jahre 2004 im Alter von 85 Jahren.
Durch ihre Vermittlung kamen internationale Züchter und Spezialrichter nach Deutschland, um sich ein Bild der Zucht in Deutschland zu machen und um unsere Hunde fachlich zu bewerten.
Auch hat sie mit zahlreichen Importen und Vermittlungen von Interessierten an ausländische Züchter dazu beigetragen, die Basis unserer Zucht zu verbreitern.
Im April 1993 trafen sich im Hause ihres Sohnes Hubertus ein Dutzend Züchter und gründeten die "Deutsche Züchtergemeinschaft Rhodesian Ridgeback".
In der neugegründeten "DZRR" übernahm sie das Amt der Hauptzuchtwartin. Darüber hinaus war sie weiterhin rastlos in Sachen Rhodesian Ridgebacks tätig. Sie besuchte nicht nur viele Ausstellungen, sondern machte unermüdlich Reklame für unsere Rasse. Sie war an unseren Infoständen auf den Ausstellungen zu treffen, um dort kompetent und überzeugt für ihre "Ridschis" zu werben. Viele Jahre und bis zuletzt stand sie in der Welpenvermittlung den Welpeninteressenten am Telefon zur Verfügung, bekleidete aber auch als Mitglied des Ehrenrates noch ein weiters Amt.
Im Jahr 1996 wurde Anne Müller für all ihre Bemühungen und Verdienste auf der Jahreshauptversammlung in Sothel zu unserem Ehrenmitglied ernannt.
Immer warb sie für die jagdlichen Einsätze der Ridgebacks und für die Anerkennung unserer Hunde im JGHV und das schon vor mehr als 25 Jahren.
Wenn wir die Ahnentafeln unserer Ridgebacks ansehen, können wir in sehr vielen davon Hunde mit dem Namen "Umvuma" finden oder aber Importhunde, die durch Anne Müllers Bemühungen erfolgreich aufgebaut wurden.
So wird Anne Müller durch ihre Rhodesian Ridgebacks noch in vielen, vielen Jahren uns immer wieder in Erinnerung kommen- und so soll es auch sein, denn wir haben eine große, verdienstvolle Züchterin verloren, deren Andenken wir in Ehre halten wollen.
Ihr größter Wunsch war immer:
"Und wenn ich hundert Jahre alt werden sollte, so werde ich immer
einen Rhodesian Ridgeback an meiner Seite haben".
Nun ist sie nach über 32 Jahren mit Ridgebacks von uns gegangen und trifft sich auf der Rainbow Bridge mit all ihren vierbeinigen Wegbegleitern wieder.
Der Vorstand
mit freundlicher Unterstützung von Peter Hohl